Jakob Hein

Jakob Hein, 1971 in Leipzig geboren, studierte Medizin in Berlin, Wien, Stockholm und Boston, promovierte und arbeitete von 1998 bis 2011 in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité. Seit 1998 Mitglied der Reformbühne Heim und Welt im Berliner Kaffee Burger. Jakob Hein ist bekennender Mode-Vegetarier.

Programme

Wurst und Wahn - Ein Geständnis

Fleischesser am Rande des Nervenzusammenbruchs – Jakob Heins bitter-böse Farce auf Trend-Neurotiker, Pseudo-Vegetarier und eine Welt voller Vorurteile

Irgendwo in einem In-Viertel einer größeren deutschen Stadt, irgendwann demnächst. Bei einer Weihnachtsfeier bestellt ein junger Mann arglos eine Gänsekeule – und erntet von seinen Kollegen fassungslose Blicke und entsetzte Kommentare. Denn alle sind inzwischen Vegetarier der reinen Lehre. Eine peinliche Situation, aus der nur eines hilft: die Verkündung des Vorsatzes, ab Neujahr ›natürlich‹ vollständig auf Fleisch zu verzichten.

Jakob Hein provoziert in seiner grandiosen Farce die Anhänger beider Fraktionen, in dem er sie mit ihren Vorurteilen konfrontiert.

Jakob Hein liest zehn Seiten

Jakob Hein im ZDF Morgenmagazin Zum Beitrag»

Pressestimmen

»Nach all den anständigen, super korrekten Büchern über Ernährung, Veganertum und die böse Fleichindustrie endlich mal eine bitterböse, unkorrekte Satire. Jakob Hein – selbst Fleichverweigerer – ruft witzig und provokant dazu auf, selbst zu entscheiden, tolerant zu sein und: weniger hysterisch.« Radio Fritz

»Denn der Berliner Jakob Hein, im Hauptberuf Mediziner, ist ein Spötter bester Art: exzentrisch in der Pointe, aber nie plump.« […] »Ein Affe klagt über seine Dressur zum Menschen, wie hier ein Fleischesser über die zum Modevegetarier. Es kann diese Mode so schadlich nicht sein, wenn sie solch brillante Komik in Prosaform hervorbringt.« Ursula März, Die Zeit

Kaltes Wasser

Als hätten sich Felix Krull und Zelig zusammengetan, um Berlin aufzumischen. Friedrich Benders Elternhaus ist nicht eben das spannendste. Und eine Jugend in der DDR nicht unbedingt ein wildes Abenteuer. Aber es kommt Farbe in die Sache, als Friedrich im Ferienlager mit der Tochter von englischen Kommunisten anbandelt, die nicht nur Westlerin ist, sondern – Gipfel der Verruchtheit! – auch noch Punk. In den Augen seiner Mitschüler macht ihn das zum neidisch beäugten Star. Der kleine Haken: Die Punklady gibt es gar nicht. Friedrich Bender hat sie sich nur ausgedacht. Weil das aber niemand wissen muss, besorgt er sich beim Briefmarkenhändler in Berlin-Lichtenberg englische Briefmarken und bekommt nun regelmäßig Post von der Insel. Auch die unglaublichen Erfolge des Sozialismus, die er als Agitator täglich vor der Klasse vermelden soll, hat er etwas aufgeschönt oder gleich glatt erfunden. Und während die Wende seine linientreuen Eltern und die meisten seiner Klassenkameraden in jahrelange Schockstarre versetzt, begreift Friedrich die neuen Regeln schnell: Schon bald findet man den Jungen mit dem kreativen Verhältnis zur Realität bei den Wechselstuben am Bahnhof Zoo, wo er sich ein mehr als sattes Startkapital beschafft. Als Student schrecken ihn überfüllte Hörsäle und zähe Seminare dermaßen ab, dass er sich einen anderen Weg ausdenkt, zum schnellen Studienabschluss zu kommen. Und im Berufsleben des kapitalistischen Westens scheinen Friedrich dann gar keine Grenzen mehr gesetzt ...

Jakob Hein hat einen grandiosen Schelmenroman über einen Ostler geschrieben, der der bessere Westler ist. Aber auch über jemanden, der mit erfundenen Geschichten so lange vor sich selbst davonläuft, bis nichts mehr von ihm da ist.

Aktuelle Termine

  • Do
    05.10.2017
    19:30
    Kapfenburg
    Schloss Kapfenburg
    SWR Nacht der Poeten - ein Abend der komischen Literatur
  • Fr
    06.10.2017
    20:00
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    SWR Nacht der Poeten - ein Abend der komischen Literatur
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    Literaturkreis
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